Erkrankungen des Dick- Darmes
Infektiöse Enteritis
Häufige Erreger der akuten infektiösen Gastroenteritis
Erreger
Übertragung
Inkubation
Symptom
Labor
Dauer
Ausscheid
H2H
Salmonella
typhi
Nahrung, Wasser, Kontakt
5-14d
Fieber, Diarrhoe, Krämpfe
Stuhl, Blut
3-4w
2-6-w
hoch
Salmonella
enteritis
Geflügel, Eier, Fleisch
1d
Fieber, Diarrhoe
Stuhl
2-4d
5w
gering
Shigella
Nahrung, Wasser, Kontakt
3d
Fieber, Diarrhoe
Stuhl
3 d
d- w
Sehr hoch
Campylo bacter
Geflügel, Milch, Wasser
3d
Fieber, Diarrhoe
Stuhl
3 d
3 w
Sehr gering
Calicvirus
Nahrung, Exkremente
1d
Diarrhoe Erbrechen Fieber
PCR
2 d
3d
Sehr hoch
Rotavirus
Kontakt
2 d
Diarrhoe Erbrechen Fieber
EIA
4 d
4d
Sehr hoch
Astrovirus
Kontakt
1-2d
Diarrhoe
EIA
2-5d
4d
Hoch
Giardia Lamblia
Kontakt, Wasser
9d
Durchfall Schmerzen
Mikro
1-8 w
3-24w
hoch
Crypto sporidium
Kontakt, Wasser
7d
Durchfall Schmerzen Kopfweh
Mikro
10-12d
7d
Sehr gering
Adenovirus
Kontakt, Exkremente
2-3d
Diarrhoe Erbrechen Fieber
EIA
2-4d
5d
gering
Quelle: NEJM 351 (2004), S.2417, Musher, DM, Contagious Acute Gastrointestinal Infections
Akute Diarrhoe Herbert L. DuPont, M.D.
N Engl J Med 2014; 370:1532-1540
Diarrhoe: mehr als 3 ungeformte Stuhlgänge/d, oder mehr als 250g ungeformter Stuhl/d
Akut: bis 14 Tage, persistierend ( bis 30 Tage), chronisch ( länger als 30 Tage)
Akut:
50% Norovirus
Salmonellen 16/100000, Campylobacter 14, E.coli Shiga 1,1, Vibrio 0,4, Yersinia 0,3
Übetragung: Norovirus, Shigellen direkt von Mensch zu Mensch, Salmonellen und Campylobacter größere Inokulationsdosis.
Evaluation
Antibiotika?, Altenheim/ Krankenhaus, Reise, Protonopumpeninhibitor, Immunsuppression
weniger als 8 Stunden, mehr als 14 bis 24 Stunden viral,
Warnsignale: Fieber, systemischer Befall, mehr als 6 Stuhlgänge/d
Stuhl bei Fieber, Immunsupffreisson, CLostiurmid diff verdacht einmalige Stuhluntersuchung Shigellen, Salmonellen, Campylobacter, Shiga E coli, Giardia, Cryptosporidium, Entamoebar und Rotavirus.
Reaktive Arthritis: Salmonellen, Shigellen und Yersionen
IBS: 5 bis 10 % nach Bakterien
Guillan- Barre 2 Monate nach Campylobacter
Artikel: NEJM 2014 mit Tabellen zur Behandlung
Klinik einer Campylobacter jejuni-Infektion
Die Infektion mit Campylobacter jejuni äußert sich typischerweise durch:
- Enteritis: Wässrige oder blutige Durchfälle
- Bauchschmerzen (oft krampfartig, im Unterbauch)
- Fieber (oft hoch, bis 40°C)
- Übelkeit/Erbrechen (seltener als bei viralen Gastroenteritiden)
- Allgemeinsymptome: Kopfschmerzen, Myalgien, Abgeschlagenheit
Die Symptome beginnen meist 1–7 Tage nach Infektion (z. B. durch kontaminierte Lebensmittel wie Geflügel, Rohmilch) und halten 5–7 Tage an.
Komplikationen (selten)
- Postinfektiöse reaktive Arthritis (2–10 % der Fälle)
- Guillain-Barré-Syndrom (GBS, 0,1 % der Fälle) – Autoimmunreaktion gegen periphere Nerven
- Bakteriämie (bei Immungeschwächten)
Therapie: Wann Antibiotika?
Meist keine Antibiotika notwendig, da selbstlimitierend. Ausnahmen:
- Schwere Verläufe:
- Hohes Fieber, blutige Diarrhö
- Persistierende Symptome (>7 Tage)
- Risikogruppen:
- Immunsupprimierte (z. B. HIV, Chemotherapie)
- Ältere Patienten mit Komorbiditäten
- Schwangere (individualisierte Entscheidung)
Empfohlene Antibiotika
- Makrolide (1. Wahl): Azithromycin (500 mg/Tag für 3 Tage)
- Alternativ: Ciprofloxacin (500 mg 2×/Tag für 5–7 Tage), aber zunehmende Resistenzen!
Supportive Therapie
- Flüssigkeits- und Elektrolytersatz (orale Rehydratation, ggf. intravenös)
- Symptomatisch: Loperamid (nur bei nicht-blutiger Diarrhö ohne Fieber)
Fazit
Die Mehrheit der Campylobacter-Infektionen heilt spontan aus. Antibiotika sind nur bei schweren Verläufen oder Risikopatienten indiziert. Wichtigste Maßnahme ist die Rehydratation.
Quellen: DGVS-Leitlinien, RKI, UpToDate.